Wichtige Informationen für alle Bauherren

1. Als Bauherr sollten Sie bereits bei den ersten Gesprächen mit Ihrem Planer auf eine baubegleitende Qualitätssicherung hinweisen.. Die Luftdichtheitsmessung ist dabei ein wichtiger Punkt. Ist dieser Punkt auch im Bauvertrag vereinbart, ermöglicht das den ausführenden Firmen ein faires Angebot abzugeben und eine korrekte Arbeit abzuliefern. Dann können Sie sicher sein, dass zu erhalten, was Sie bestellt haben.

2. Die Luftdichtheitsmessung ist Bestandteil der Bauabnahme. Achten Sie darauf, dass diese Messung im Bauvertrag aufgenommen wird!

3. Wenn Sie Ihre Baustelle hin und wieder selber besuchen, hilft Ihnen die Checkliste des Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB) bei der Beurteilung der luftdichten Ebene. Mir dieser Checkliste können Sie selber beurteilen ob ein Detail dicht ist oder ob ein Fachmann die korrekte Ausführung dieses Details feststellen muss. Diese Checkliste können Sie hier herunterladen.

4. Der Verlauf der luftdichtenden Ebene sollte in allen Plänen, auch Detailplänen, mit einer dünnen, farbigen Linie kenntlich gemacht sein. Bei späteren Umbaumaßnahmen kann dadurch auf die Luftdichtheit der Gebäudehülle besser geachtet werden.

5. Aus dem gleichen Grund sollte der Planer oder Architekt den Verlauf der thermischen Trennebene auch in allen Plänen mit einer dicken, farbigen Linie kenntlich machen.

6. Bei besonders gut gedämmten Gebäuden wie z.B. Passivhäusern sollten Sie auf baubegleitende Messungen bestehen.

7. Eine rechtzeitige Luftdichtheitsmessung erspart Ihnen einen kostenintensiven und nervenaufreibenden Rechtsstreit.

8. Am Messtermin sollten Planer und ggf. die ausführenden Handwerker dabei sein. So kann gewährleistet werden, dass eventuell vorhandene Fehlstellen schnell und unkompliziert beseitigt werden.

9. Wenn Sie sich bei der Planung oder Ausführung der Arbeiten nicht sicher sind oder Fragen dazu haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

10. Bitte fragen Sie Messungen rechtzeitig an. Nur dann ist gewährleistet, dass Ihr Wunschtermin in unserer Planung berücksichtigt werden kann.

11. Wenn Sie die Luftdichtheitsmessung beauftragen, achten Sie darauf, dass der beauftragte Messdienstleister vom FLiB zertifiziert ist. So können Sie darauf vertrauen, dass die Messungen normkonform durchgeführt werden.

Sie wol­len bauen oder sa­nie­ren?

"Augen auf im Rohbau!"
Dichtheitsmängel selbst erkennen


Um im neuen Ei­gen­heim ge­rin­gen En­er­gie­be­darf und ein be­hag­li­ches Wohn­kli­ma zu er­rei­chen, kommt es nicht zu­letzt auf eine mög­lichst dich­te Ge­bäu­de­hül­le an. Meist wird diese bei der Bau­ab­nah­me durch einen so ge­nann­ten Blo­wer-Door-Test über­prüft. Man­che Män­gel las­sen sich dann al­ler­dings kaum noch be­sei­ti­gen. Dabei hät­ten der Bau­herr oder die Baufrau ei­ni­ge davon zu einem frü­he­ren Zeit­punkt sogar mit blo­ßem Auge er­ken­nen kön­nen - vor­aus­ge­setzt sie wis­sen, wor­auf zu ach­ten ist.

An­ge­hen­den Haus­be­sit­zern raten die Ex­per­ten vom Fach­ver­band Luft­dicht­heit im Bau­we­sen (FLiB e. V.) dazu, sich am Ende der Roh­bau­pha­se den In­nen­putz sys­te­ma­tisch an­zu­se­hen. An vie­len Punk­ten kann man näm­lich auch ohne spe­zi­el­le Fach­kennt­nis­se be­ur­tei­len, ob die Ar­bei­ten fach­ge­recht aus­ge­führt wur­den. Hier die wich­tigs­ten Bei­spie­le für mög­li­che Schwach­stel­len:


An­schluss Wand - Fuß­bo­den:
Ins­be­son­de­re die Au­ßen­wän­de müs­sen bis dicht an die Bo­den­plat­te ver­putzt sein, sonst dro­hen spä­ter un­an­ge­neh­me Kalt­luft­seen im Fuß­be­reich. Zwi­schen Es­trich und Putz darf daher nir­gend­wo ein Lücke blei­ben.


Fens­ter­bän­ke:
Die Fens­ter­lai­bun­gen müs­sen auch dort glatt ver­putzt sein, wo spä­ter die Fens­ter­bän­ke auf­lie­gen sol­len. An­sons­ten kann vor allem durch of­fen­lie­gen­de Hoch­loch­zie­gel kalte Luft fast un­ge­hin­dert her­ein­pfei­fen. Eine mit we­ni­gen Mör­tel­kleck­sen auf­ge­setz­te Fens­ter­bank al­lein reicht nicht aus.


Steckdosen:

Zugluft aus Steckdosen ist ein besonders weit verbreiteter Mangel. Er lässt sich verhindern, indem man luftdichte Installationsdosen einbaut. Sollen perforierte Dosen verwendet werden, muss man diese in ein dichtendes Gipsbett einsetzen.

Vorwandinstallationen:
Gelegentlich bleiben Wandbereiche, für die Vorwandinstallationen geplant sind, unverputzt. Sie "verschwinden" später ja ohnehin hinter einer Gipskartonplatte. Die Folge: kalter Wind, der um Spülkästen und andere Installationen weht. Auch an solchen Stellen stets auf flächendeckendem Innenputz bestehen!


Rohre:
Aufgepasst bei Rohren und Leitungen - sind Wände und Ecken auch hinter diesen vollständig verputzt?


Grundsätzlich gilt:
Massives Mauerwerk niemals unverputzt lassen, da erst die Putzschicht für ausreichende Dichtheit sorgt. Hat man in seinem Rohbau Unachtsamkeiten beim Innenputz frühzeitig entdeckt, können die Handwerker diese umgehend beheben. Allen jedoch, die bei der Dichtheit ihres Hauses völlig sicher gehen wollen, empfiehlt der FLiB eine zusätzliche Blower-Door-Messung vor Beginn des Innenausbaus. Die Adressen entsprechend qualifizierter Anbieter findet man beispielsweise unter www.flib.de."

Quelle: http://www.flib.de (Dieser Abdruck ist bei Quellenangabe nach Angabe des Herausgebers honorarfrei)